Wettbewerb Klima resilienter Wohnbau der Zukunft
Die Kombination aus einer hocheffizienten thermischen Hülle und der konsequenten Vermeidung der äußeren Lasten im Sommer durch Verschattung aller transparenter Flächen reduziert den Energiebedarf als auch die notwenigen thermischen Lasten auf ein Minimum. Das Low Tech Konzept basiert auf der thermischen Aktivierung von Oberflächen, dem minimalen, technischen Einsatz für einen mindesthygienischen Luftwechsel in den Wohnungen sowie der Nutzung von regenerativen Energiequellen und lokale Energieressourcen zur Energieerzeugung. Die Holz-Bauweise reduziert die Herstellungsenergie auf ein Minimum. Ziel ist minimalen Energiebedarf bei maximalem Komfort für den Nutzer.
Energiekonzept, Wettbewerb
Plusenergiegebäude, 50% der Dachflächen der jeweils höheren Gebäudehälften werden mit Ost-West orientierten PV-Modulen belegt. Die Verschattungen über den Balkonen werden zusätzlich als PV Systemen ausgeführt. In Summe erzeugen 2130 m2 PV Fläche mit einer Leistung von 395 kWp regenerativen Strom und deckt 125% des jährlichen Gesamtstrombedarfs der Gebäude. Jährlich können knapp 100 t CO2 gegenüber eines herkömmlichen Energiekonzepts eingespart werden. Die Energiekosten für Heizung und Warmwasser reduzieren sich für die Mieter gegenüber der Referenzanlage Fernwärme um 50%.
Projektdaten
Auftraggeber: Wohnfonds Wien
Projektstart: 09/2023
Projektstatus: Abgeschlossen
Architektur: Baumschlager Eberle Architekten
Weitere Informationen
Wohnungen
Alle Wohnungen werden über die Fassade mit Frischluft versorgt. Die Abluft erfolgt punktuell und kontrolliert durch Sensorsteuerung über die Sanitären Anlagen in den Wohnungen. Dadurch wird der mindesthygienische Luftwechsel auf ein Minimum reduziert. Manuelle Fensterlüftung sorgt für einen individuellen Luftwechsel. Die Temperierung der Wohnungen erfolgt über einen thermisch aktivierten Estrich, im Sommer kann damit durch sanfte Kühlung eine Überhitzung der Räume vermieden werden. Die Verteiler mit Wärmemengenzähler sind dezentral in jeder Wohnung in der Wand des Sanitärkerns beim Schacht untergebracht. Die Warmwasserbereitung erfolgt pro Wohnung über eine Wärmepumpe mit Speicher. Die notwendige Energie wird dem Rücklauf des Heizungssystems entzogen. Im Sommer wirkt die Warmwasserbereitung so zusätzlich gegen die sommerliche Überwärmung.
Energieerzeugung
Die thermische Nutzung des Grundwassers mit Wärmepumpe ermöglicht eine sehr energieeffiziente Temperierung der Gebäude. Ein thermisches Netzwerk verteilt die Energie des Grundwassers und ermöglicht einen Energieaustausch zwischen den Gebäuden. Dezentrale Wärmepumpen in den beiden Gebäudegruppen versorgen die Niedertemperaturheizsysteme. 50% der Dachflächen der jeweils höheren Gebäudehälften werden mit Ost-West orientierten PV- Modulen belegt. Die Verschattungen über den Balkonen werden zusätzlich als PV Systemen ausgeführt. In Summe erzeugen 2130 m2 PV Fläche mit einer Leistung von 395 kWp regenerativen Strom und deckt 125% des jährlichen Gesamtstrombedarfs der Gebäude. Jährlich können knapp 100 t CO2 gegenüber eines herkömmlichen Energiekonzepts eingespart werden. Die Energiekosten für Heizung und Warmwasser reduzieren sich für die Mieter gegenüber der Referenzanlage Fernwärme um 50%. Die Nutzung und der Betrieb der Gebäude sind über das Jahr gesehene CO2 neutral bzw. wird mehr regenerative Energie erzeugt als verbraucht wird. Zusätzliche Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauch des solar gewonnen Stroms für den allgemeinen Strombedarf. Das Energiekonzept trägt somit einen wesentlichen Beitrag für nachhaltiges und sozialverträgliches Wohnen bei.
Klimaresilienz
Vermeidung sommerliche Überwärmung:
Durch die Kombination aus einer hocheffizienten thermischen Hülle und der konsequenten Vermeidung der äußeren Lasten im Sommer durch außenliegende Verschattungssysteme aller transparenter Flächen, werden alle passiven Maßnahmen gegen die sommerliche Überwärmung ausgeschöpft. Die Nachtauskühlung der Bauteilmasse durch Fensteröffnung wird bei Bedarf intuitiv vom Nutzer übernommen. Der Heizestrich wird im Sommer zum einen über den Wärmeentzug zur Warmwasserbereitung gekühlt. Zusätzlich kann der Boden direkt mit dem Grundwasser gekühlt werden. Diese sanfte Art der Kühlung beugt so einer sich aufschaukelten Überhitzung der Wohnungen ohne mechanisch erzeugte Kälte vor. Reduktion und Vermeidung von CO2 Emissionen: Die Holzkonstruktion der Gebäude reduziert den GWP des Gebäudes bei der Errichtung um 80%. Das vorgeschlagene Energiekonzept reduziert den jährlichen CO2 Ausstoß um fast 100t pro Jahr. Die Solarsysteme produzieren 125% des Gesamtenergiebedarfs der Gebäude und können somit als Plusenergiegebäude bezeichnet werden. Die Energiekosten für Heizung und Warmwasser reduzieren sich für die Mieter gegenüber der Referenzanlage Fernwärme um 50%. Das Energiekonzept trägt somit einen wesentlichen Beitrag für nachhaltiges und sozialverträgliches Wohnen bei.





